Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
436
Einzelbild herunterladen
 

43V

Konstanz.

Und als er hinaus gezogen war,

Da gicng er über die Haid,

Da steht wohl des jungen Markgrafen sein WeibIn ihrem schneeweißen Kleid.

Was zog sie aus der Taschen gar schnell?

Viel hundert Dukaten von Gold:

Nimms hin, du schöner, du feiner Gesell,

Nimms hin zu deinem Sold.

„Und wenn dir Wein zu sauer ist,

So trinke du Malvasier,

Und wenn mein Mündlcin dir süßer ist,

So komm nur wieder zu mir."

Volkslied.

202. Der Fleischer von Constan?.

Wohl wehrt sich die alte, die freie Stadt,

Den herrlichen römischen Namen sie hat,

Und römischen MuthUnd deutsches Blut,

Und Christenglauben:

Den soll ihr der spanische Henker nicht rauben.

Drum kämpfen die Henker vom Thurm und vom Thor,Und drängen zur hallenden Brücke hervor;

Cs hört es der Rhein,

Da rauschet er drein,

Es ruft die Söhne

Der See mit der tosenden Wellen Getönc.

Wer streitet am kühnsten für Ehr und für Heil?

Das ist der Fleischer mit hauendem Beil.