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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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417
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Basel.

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Da sahen sich betroffen die Hochverräther an:

„Verschliefen wir die Stunde?

Kam vor den Rath die Kunde von dem was wir gcthan?"

Da war der Muth entsunken, sie schlichen still nach Haus;

Die vor den Zingeln standen

Und sich betrogen fanden, die lachten selbst sich aus.

Am Morgen war verwundert der Rath, als er erfuhr,

Wie, weil er warm gebettet

Im Schlafe lag, gerettet die Stadt ward durch die Uhr.

Die ließ man zum Gedächtniss nun gehen immer so,

Und noch in unfern Tagen

Die Basler Glocken schlagen eins mehr als anderswo.

Do'ch auf dem Thurm der Brücke, da guckt ein Kopf hervor,

Der scchszigmal die Stunde

Die Zunge reckt im Munde den Feinden vor dem Thor.

Und neckt ihr nun die Basler, verdirbt man euch den Spaß:

Sagt ihr, sie sei'n 'zurücke,

Man führt euch auf die Brücke und fragt: „Wie gfallt euch das?"

K. S.

190. Der Tod von Basel.

Als ich ein junger Geselle war, nahm ich ein steinalts Weib;

Ich hatt sie kaum drei Tage, da hats mich schon gereut.

Da gieng ich auf den Kirchhof und bat den lieben Tod:

Ach, lieber Tod von Basel, hol mir mein Alte fort.

Und als ich wieder nach Hause kam, mein Alte war schon todt;Ich spannt die Ross an Wagen und fuhr mein Alte fort.

Und als ich auf den Kirchhof kam, das Grab war schon gemacht:Ihr Träger tragt fein sachte, daß d'Alte nicht erwacht.

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