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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Elsaß und Breisgau.

Und als sie nun recht im Beten war,

Da stand der höllische Satan da,

Der hatt ihren Vater auf dem Rücken, ja Rücken.

Das wird nicht geschehen mehr mein Lebenstag,

Daß ein Kind seinen Vater erlöset hat '

Aus den höllischen Ftammen, ja Flammen.

D o lk s l i ed.

180. Drei Legenden von der heiligen Ddilie.

i.

Herrn Attich mühten Unmuth und Verdruß,

Wohl hatt er Ehr und Macht und Ueberfluß,

Dazu war ihm ein holdes Weib beschieden;

Doch eins gebrach zu seines Herzens Frieden:

Der Vaterfreuden zärtlicher Genuß.

Da wandt er sich zum Himmel im Gebet:

„Und wenn mein Wunsch noch in Erfüllung geht,

Und du mir gönnst der holden Leibeserben,

In deinem Dienste leben soll und sterbenDas Kind, das ich so brünstig mir ersteht."

Da ward ihm Vaterfreudc bald gesandt,

Doch nahm der Himmel sich voraus ein Pfand,

Leicht hätt er sonst das Töchtcrlein verloren:

Mit blinden Augen wards zur Welt geboren;

Und in der Tauf Odilie genannt.

Zu aller Augen Lust hervorgcbracht,

Doch deckte seine Finsterniss und Nacht.

Das ließ die Eltern nicht ihr Glück genießenSic hofften noch, sie sollten sich'erschließen:

Zu schaun die Welt und ihrer Farben Pracht.

Man rühmte viel dem Kind die Herrlichkeit,

Der Auen Reiz im grünen Frühlingskleid,