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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Staufenberg in der Ortenau.

Sie gab ihm hohen Muth und volles Gut und Ehre,

Und dacht er: Lieb, o Lieb! so stand bei ihm die Hehre.

Sie gab ihm Glück und Sieg in jedem Ritterspiele,

Wenn er die Lanze schwang, so traf er stäts zum Ziele.

Wie hat er oft den Dank aus schöner Hand empfangen!

Des Kaisers Töchterlcin ergriff ein süß Verlangen.

Sie sprach dem Kaiser zu, der Kaiser sprach zum Grafen:Mein junges Töchterlein läßt Liebe nicht mehr schlafen.

Willst du mein Eidam sein, so kommt cs wohl ins Gleiche,Ich gebe dir Tyrol und Kärnthen von dem Reiche.

Er sprach: „Ich bin vermählt, Herr, laßt cs euch vertrauen,Es ist kein sterblich Weib, die schönste doch der Frauen." —

„So weh dir, theurer Held, must ewig sein verloren,

Bist du dem Geist vermählt und hast ihm Treu geschworen.

„Doch bindet nicht der Eid, der Bischof kann ihn lösen,Geweihtes^ Waßer tilgt das Bündniss mit dem Bösen."

Dem Ritter wurde bang, er nahm etz, sich zu Herzen:

„Rieht will ich eure Gunst und Gottes Huld verscherzen."

Viel Messen lasen sie, der Weihrauch stieg zum Himmel,

Und an die Brüste schlug der Graf im Volksgewimmel.

Man hat die Hochzeit schön und herrlich ausgerichtct,

Viel Rosen hingestreut und Lieder viel gedichtet.

Als es zu Tische gieng, wie die Posaunen klangen!

Wie schienen roseproth die Launen und die Wangen!

Das Päärchen saß vergnügt, die Männer und die Frauen:Da ließ sich an der Wand ein seltsam Wunder schauen.