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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Z a b e r n.

„Jsts möglich, Herr? Ihr saht es nie,Wie er nur Augen hat für sie?

Bei Tafel eurer selbst nicht achtet,

An ihren Stuhl gefeßelt schmachtet."

„Seht da die Verse, die er schrieb,

Und seine Glut gesteht" —

„Gesteht!" — „Und sie um Gegenlieb,Der freche Bube! fleht.

Die gnädge Gräfin, sanft und weich,

Aus Mitleid wohl verbarg sie's euch;Mich reuet jetzt, daß mirs entfahren,Denn Herr, was habt ihr zu befahren?"

Da ritt in seines Zornes WuthDer Graf ins nahe Holz,

Wo ihm in hoher Oefen GlutDie Eisenstufe schmolz.

Hier nährten früh und spät den BrandDie Knechte mit geschäftiger Hand,

Der Funke sprüht, die Bälge blasen,

Als gält cs, Felsen zu verglasen.

Des Waßers und des Feuers KraftVerbündet sieht man hier,

Das Mühlrad, von der Flut gerafft,Umwälzt sich für und für.

Die Werke klappern Nacht und Tag,

Im Tacte geht der Hämmer Schlag,

Und bildsam von den mächtigen StreichenMuß selbst das Eisen sich erweichen.

Und zweien Knechten winket er,

Bedeutet sie und sagt:

„Den ersten, den ich sende her,

Und der euch also fragt:

Habt ihr befolgt des Herren Wort?

Den werft mir in die Hölle dort,

Daß er zu Asche gleich vergehe,

Und ihn mein Aug nicht weiter sehe."