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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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S t r a ß b u r g.

Man Hub mit raschem Griffe den Tüpf hinweg vom Brand,

Und trug ihn nach dem Schiffe, das segelfertig stand.

Mit schnellerin Flutgetriebe als je die Zürcher sahn,

Trug es, der Stadt zur Liebe, die Limmat seine Bahn.

Und zwanzig Nuderflügel, sie flogen ohne Ruh:

So giengs durch Thal und Hügel des Rheines Armen zu.

Der Flußgott nahm geschäftig den ihm vertrauten KielUnd führt' ihn hold und kräftig den Weg zu seinem Ziel.

Als trüg er eine Flocke vollbracht er diesen GangBevor die Abendglocke von Straßburgs Thürmen klang.

Der Reichsstadt Bürger waren mit Bogen in der HandVereint in frohen Scharen beim Schützenfest am Strand.

Und selbst des Rathes Glieder, in feierlicher Tracht,

Durchwallten auf und nieder das Feld der Vogelschlacht.

Jetzt kam das Schiff geflogen! Des Breitopfs Riesenbauch,

Schon lang ein Spiel der Wogen umfloß noch warmer Hauch.

Darüber gut gelaunet hob man den Topf emporUnd setzt' ihn, rings umstaunet, den fremden Rathsherrn vor.

Der Zürcher sprach: „Wir treiben heut Scherz mit Ernst vermischt,Für euer kaltes Schreiben wird warm euch aufgetischt.

Seht, in der Schweiz geboren ward dieses SchaugerichtUnd raucht vor Straßburgs Thoren euch noch ins Angesicht.

Zürch, das für euch zum Bunde in todter Ferne lag,

Giebt so lebendgs Kunde was muntres Volk vermag."

Der Reichsstadt Bürger standen rings lachend, doch beschämt,

Und selbst die Rathshcrrn fanden jetzt ihren Stolz bezähmt.