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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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347
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Straß bürg. 347

Und es schweigt der fromme Sang, nach und nach die Gläubgen schwinden.Heinrich kniet und betet lang, kann sich nicht zur Erde finden,Wandelt oben in den Himmeln.

Endlich hebt er sich und hell ihm die Augen Leide leuchten;

Jede Sünde will er schnell einem Priester treulich Leichten,

Und cmpfahn der Kirche Segen.

Drauf er spricht: „In eure Reihn, laßt mich, heilge Väter, treten,Will dem Gottessohn mich weihn, am Altäre knien und betenUnd des Heiles Wort verkünden."

Seine Diener ängstlich nahn: „Herr, was soll dem Reiche werdenNimmst du sein dich nimmer an? Uns zum Segen hat auf ErdenGottes Gnade dich gegeben!"

Doch der Kaiser ruft empor schon den Eid der Pricstertreue,

Dringt zum Bischof ein ins Chor, bietet sich zur Heilgen Weihe,Wirft den Purpermantel nieder.

Heiß umfängt ihn Werinch ar, läßt ihn gläubig sich verneigenAn des Herren Frohnaltar. Alle stehn in Langem SchweigenUnd der Bischof spricht zum Kaiser:

„Sohn, wohlan, Gehorsam nur leihet dir die Priesterwürde,

Drum gelob mit heilgem Schwur, dich zu beugen seiner BürdeUnd zu thun des Herrn Befehle:

„Priester seist du Gott dem Herrn, doch dein Altar steh im Reiche,Leucht ihm dort ein Heller Stern, daß es nimmer von ihm weiche,Treulich stäts an ihm nur hange.

„Und des deutschen Reiches Krön schmücke noch dein Haupt auf Erden;Einst vor Gottes Gnadenthron wird dir die des Himmels werden,Und uns sollst du Heilger heißen!"

August Stöber.