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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Speier.

149. Die Glocken ;u Speier.

Zu Speier im letzten Hänselei»,

Da liegt ein Greis in Todespcin,

Sein Kleid ist schlecht, sein Lager hart,Viel Thränen rinnen in seinen Bart.

Es Hilst ihm Keiner in seiner Noth,

Es Hilst ihm nur der bittre Tod!

Und als derLod ans Herze kam,

Da tönts auf einmal wundersam.

Die Kaiserglocke, die lange verstummt,Non selber dumpf und langsam summt,Und alle Glocken groß und kleinMit vollem Klange fallen ein.

Da hcißts in Speier und weit und breit:Der Kaiser ist gestorben heut!

Der Kaiser starb, der Kaiser starb!

Weiß Keiner, wo der Kaiser starb?

Zu Speier, der alten Kaiserstadt,

Da liegt auf goldncr LagerstattMit mattem Aug und matter HandDer Kaiser Heinrich, der Fünfte genannt.

Die Diener laufen hin und her,

Der Kaiser röchelt tief und schwer; —Und als der Tod ans Herze kam,

Da tönts auf einmal wundersam.

Die kleine Glocke, die lange verstummt,Die Armensünderglockc summt,

Und keine Glocke stimmet ein,

Sie summet fort und fort allein.