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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Germershcim und Speier.

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Sic stchn und jammern; dach die allermeisteWehklag erhebt ein Alter, dem am KinneUnd Scheitel längst die Locke schon ergreiste.

„Ihr Fürsten, gönnt mir Eins nur zum Gewinne,

Nur eins zum Trost. Ich schuf aus festem SteineEinstmal sein Bild mit meinem besten Sinne.

„Das Werk der Lieb und Treue, laßt es seineRuhstättc nun für alle Zeit bewahren;

Zu Rudolfs Denkmal gnügt sein Bild alleine.

„Zu Rudolfs Denkmal, der mit grauen JahrenDie Krone wie ein Jüngling hat getragen,

Drin Mild und Recht die schönsten Steine waren."

Der Meister sprachs und trat mit neuen KlagenZum todten Kaiser, welchem tiefgcfaltctDer unbewegten Stirne Furchen lagen.

„Nock ist das Bild zu Ende nicht gestaltet!

So rühre, Meisel, manches Bilds Gestalter,

Noch einmal dich, eh meine Hand erkaltet!

'„Denn eine Falte grub ihm noch das Alter.

Nun sei, o Hand, zur letzten Arbeit eilig!

Wer so in Sorgen war des Reichs Erhalter,

An dessen Stirn ist jede Falte heilig."

W. Wackernagel.

148. Nächtliche Erscheinung ;u Speier.

Wach auf, erklingts in des Schiffers Traum,Wach auf, du Wächter am Strome!

Und über ihm rauschet der Lindenbaum,

Und zwölfe schlägt es vom Dome.

Groß vor ihm steht Einer im dunkeln Gewand,Der Schiffer bringt ihn hinunter zum Strand,Halb schlafend, halb wachend, wie trunken.