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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Kaiserslautern.

„Ei!" rief der Feldherr, „ei wie hatDer Schalk uns angeführt!

Doch fruchten solls der ganzen Stadt,

Was seinem Muth gebührt."

Drum hcrscht' er wie ein Freund gelindeUnd stand Gevatter bei dem Kinde.

Langbein.

142. Friedrich Barbarossa.

Der alte Barbarosse, der Kaiser Friederich,

Im unterird'schen Schloße hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben, er lebt darin noch jetzt,

Er hat im Schloß verborgen zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen des Reiches HerrlichkeitUnd wird einst wiederkommcn mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern, darauf der Kaiser sitzt,

Der Tisch ist marmelsteinern, darauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse, er ist von Feucrsglut,

Ist durch den Tisch gewachsen, darauf sein Haupt ausruht.

Er nickt als wie im Traume, sein Aug, halb offen, zwinkt,

Und je nach langem Räume er einem Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben: Geh hin vors Schloß, o Zwerg,Und sieh, ob noch die Raben herfliegcn um den Berg.

Und wenn die alten Raben noch fliegen immerdar,

So muß ich auch noch schlafen verzaubert hundert Jahr.

R ü ck e r t.