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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Odenwald.

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Fürs Vaterland kämpft' er als Mann und als GreisWohl fünfzig geschloßene Jahre,

Die bräunliche Locke ward silberweiß,

Doch blieb ihm die Seele, die klare;

Da rief er die Knappen, da zog er nach Haus,

Im Väterschloße verklang das Gebraus,

Und nimmer ward er gesehen.

Doch nie ist gestorben der mächtige Held,

Und sind auch die Thürme zerfallen,

Schaut blau durch das Dach auch das Himmelszelt,,

Er herrschet noch stäts durch die Hallen;

Und drohen dem Vaterland Krieg und Noth,

Dann dröhnt durch die Veste des Ritters GebotUnd drinnen beginnt es zu leben.

Gewaltige Recken steigen hervor,

Gewappnet auf schattigen Rossen,

Er führt in die Lüfte sie Nächtens empor,

Die dunkeln, wilden Genoßen;

Dort raset sein Horn, dort dröhnet sein Schilv,

Dort schnaubet sein Ross, dort rufet er wildUnd warnet die heimischen Gauen.

So zog er voran noch jeglichem Krieg,

Den wild die Nachbarn entfachten,

Und feierte Niederlage und SiegIn brausenden Geisterschlachten;

Doch nahet der Frieden, er sieht es voraus,

Und zieht mit dem wilden Heere nach Haus,

Doch stäts noch braust er hernieder:

„Mein Vaterland, du bist meine Lust,

Mein Lieb, das ich ewig umfange,

Dir schwillet mein Arm, dir glüht meine Brust,

Dich feir ich im brausenden Sange;

Im Ost und im West, im Süd und im Nord,

Ich reite und streite dir immerfortDein Herold zu Krieg und zu Frieden.

Wolfgang Müller.