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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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W o r m s.

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„Der Vater starb in Leik und Noth,

Die Mutter grämt sich schier zu Tod.

„O weh du Braut, du Findelkind,

Weist nicht wo Vater und Mutter sind."

Da sah der Herr das Badwännlein an,

Da war das burgundsche Wappen dran.

„Das ist meines Herrn Vaters Schild allein:

Wie kommt das Männlein ins Wirthshaus herein?"

Da sang der Vogel am Fensterladen:

„In dem Badwännlein ist sie hergctragen.

„O weh du Braut, du Findelkind!

Weist^ncht, wo Vater und Mutter sind."

Herr Konrad sah an ihren Hals,

Da hatte sie ein Muttermal:

„Grüß Gott, Grüß Gott, mein Schwestcrlein,

Dein Vater ist König an dem Rbein.

„Christin« heißt deine Mutter,

Konrad dein Zwillingsbruder.

Da knieten sie nieder auf ihre KnieUnd dankten Gott bis Morgen früh,

Daß er sie hielt von Sünde reinDurch den Star und das Badwännelein.

Und als zu Morgen kräht der Hahn,

Frau Wirthin fängt zu rufen an:

„Steh auf, steh auf, du junge Braut,

Kehr deiner Frau die Stuben aus." —