304
W o r »i s.
„Wollt ihr zur Braut sie geben mir,
So nehmt das rothe Gold dafür." —
Gebt ihr das rothe Gold dafür,
Nehmt sie zu einer Braut von mir.
Nun richt dem Herrn ein Fußbad anMit Rosmarin und Majoran.
Sie gieng in Garten und brach bas Kraut,Da sprach der Staar: „O weh du Braut!
„In dem Badwännlein ist sie hergetragen,Darin muß sie ihm die Füße zwagen.
„Der Vater starb in Leid und Noth,
Die Mutter grämt sich schier zu Tod.
„O weh du Braut, du Findelkind!
Weist nicht, wo Vater und Mutter sind."
Da trug sie das BadwännelcinWohl in des Herrn Schlafkämmerlein.
Sie fühlt hinein, obs nit zu warn.
Und weint dazu, das Gott erbarm!
„Ach meine Braut, was weinst du dann?Bin ich dir nicht gut für einen Mann?"
„Du bist mir gut für einen Mann,
Ich wein über was der Star mir sang.
„Ich war im Garten und brach das Kraut,Da sang der Star: O weh du Braut!
„In dem Badwännlein ist sie hergctragcn,Darin muß sie ihm die Füße zwagen.