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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Lorsch.

Gram wohnt in der Göttin Herzen:„Ließ' ich also mit mir scherzen?

Rührt zum Bau sich keine Hand,

Nehm ich selber mir ein Pfand."

Sieh, da kam der Nix gegangen,Pfiff, daß Berg und Thal erklangen:Und die Eichelmast der ForstenLäßt das Thier mit goldncn Borsten,Folgt dem Nix und seinem Lied,

Senkt sich in des Seecs Ried:Nimmer kehrten zu den StällenMcbr die grunzenden Gesellen.

Drauf im Lenz, ein GrillenregenNahm hinweg des Feldes Segen:Schwarzer Hunger droht aufs Neue.Wieder folgen Buß und Reue,

Folgen Bittgang und Gesänge,

Und die Brüste schlägt die Menge,

Bis die Göttliche der ArmenSich noch einmal will erbarmen.

Jetzt durch eines Hirten MundWird dem Volk ihr Wille kund:

„Nicht genügt mehr die Capelle,Nein, ein Tempel an der StelleSoll auf sieben Säulen schweben,Golden sich das Dach erheben -Wollt ihr solchen Bau beschwören,Will sie euer Flehn erhören."

Was ist leichter als Geloben?

Hand ist bald zum Schwur erhobenUnd die Göttin scheint versöhnt.Horch, des Hirten Pfeife tönt,

Und die Heimchen all und GrillenZwingt er her nach seinem Willen.