Frankfurt. 269
Er kam da bald zurücke mit neuer Heeresmacht,
Damit er der Sachsen Lande zu seinem Reich gebracht.
Doch dort am Main crpranget nun eine werthe Stadt,
Die reich ist aller Güter und edle Bürger hat.
Es ward da mancher Kaiser gekrönt mit Karols Krön,
Und feierlich gcsctzet auf goldgestickten Thron-
Da briet man ganze Rinder, es strömte Der Fülle Horn,
Es schöpfte jeder Arme Wein sich aus reichem Born.
Im Römer füllte dem Kaiser der Erzschenk den Pocal:
Mit Kaiscrbildern wurden bedeckt alle Wänd im Saal.
Bedeckt sind alle Wände bis an den letzten Saum:
Kein neuer Herrscher fände zu seinem Bildniss Raum.
Der erste deutsche Kaiser gab Namen dieser Stadt,
Die auch den letzten Kaiser in ihr gekrönct hat.
August Ko Pt sch.
124. Der Schelm von Bergen.
Zu Frankfurt auf dem Römer war heute KönigswahlUnd Abends drehn Vermummte sich bei der Fackel» Stral:Der König ist gekoren,
Des Reiches Noth beschworen:
Jkr Masken schwingt euch froh im Saal.
Zum Tanze lädts, zum Tanze! der König stiegt dabinUnd mit dem schwarzen Ritter die junge Königin:
Wer ist wobl der Beglückte,
Den solche Ehre schmückte?
Sie wäre Fürsten Hochgewinn.