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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Ingelheim.

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Als da der Knappe Niemand sab,

Zu dem Grafen sprach er aufgeräumt:

Es ist keine lebende Seele da,

Dem Hengst hat wohl was Liebes geträumt.

Harderich schickte sich zu ruhn;

Doch lauter wieherte jetzt das Ross.

Da rief der Graf: Was sagst du nun?

Ich jag, es sind Räuber in meinem Schloß-

Die braune Fackel brannt er sich an,

Stieg selbst hinunter in seinen Stall:

Da suchte lange der sorgende Mann,

Die Räume durchforscht' er, die Winkel all:

Er fand ron Räubern doch keine Spur;Unwillig kehrte zurück der Graf.

Da sprach sein Weib: „Gesteh es nur,

Dir rauben andre Sorgen den Schlaf.

„Du schliefst schon nicht die dritte Nacht,Dir schmeckt kein Esten, mundet kein Trank,Gern wüst ich, was dich so trübe macht,

Ich fürchte, du wirst noch ernstlich krank."

Er wollt es nicht sagen, sie ließ nicht nach,Sie küsst' ihn bleich und wieder roth;Zuletzt ergab er sich und sprach:

„So wiße, wir schworen des Kaisers Tod.

„Wir unser Zwölfe" (er nannte sie ihr)„Wir reiten'morgen in seine Pfalz,

Zwölf scharfe Dolche wie dieser hier,

Die bohren wir ihm durch Brust und Hals."

Das hörte der Kaiser Wort für WortUnd behielt cs wohl in seinem Sinn,

Er schlich sich leis zu dem Zwerglein fort;Das dachte nur auf des Hengstes Gewinn.

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