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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Ingelheim.

Der Kleine sprach: In der Bnrg dort sitzt' Eine rechte Plage für Stadt und Land ;

Bei dem Hab ich schon oft stipitzt,

Er ist Graf Harderich genannt.

Er macht sich des Volkes Noth zu Nutz,

Er bricht den Frieden und beugt das Recht,Bis sich der Freie in seine» SchutzBcgiebt als ein leibeigner Knecht.

Er ist auch seinem Herrn nicht treu,

Er wünscht sich nur des Kaisers Tod,

So dürft er Hausen ohne Scheu,

Und brächte das halbe Reich in Noth. —

„Da ist gut stehlen, das ist mein Mann!"Sprach Karl, den des Vasallen verdroß.

Da giengen beide, der Zwerg voran,

Sie kamen bald vor ein stolzes Schloß.

Das Zwerglein raunt' ein Zauberwort,

Das öffnete Thor und Thür zumal:

Der Kleine schlich in den Stall sofort,

Der Kaiser trat in den weiten Saal.

Neben dem Saal im Schlafgemach,

Da schlief die Gräfin und der Graf;

Doch plötzlich ward jetzt Harderich wach,Pferdegewieher scheucht' ihm den Schlaf.

Das Zwerglein wollt ihm leise nah»,

Da wieherte laut das treffliche Pferd.

Nun rief der Graf einen Knappen an:

„Geh, schau mir was den Hengst beschwert."

Der Knappe taumelte schlnmmerfaulZu schauen, was den Hengst erschreckt:

Da hatte der Zwerg sich über dem GaulLang hin auf einen Balken gestreckt.