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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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R heingrafenstein bei Kreuznach

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Der Rechte sprengt besorgt heran,

Und warnt den Grafen sanft und gut.Doch bas; hetzt ihn der linke MannZu schadenfrohem Uebermuth.

Und wehe! trotz des Rechten WarnenLäßt er vom Linken sich umgarnen.

„Verderben hin! Verderben her!

Das," ruft er, „macht mir wenig Graus.Und Wenns im dritten Himmel war,

So acht ichs keine Fledermaus.

Mags Gott und dich, dn Narr, verdrießen,So will ich meine Lust doch büßen!

Er schwingt die Peitsche, stößt ins Horn:„Halloh! Gesellen, drauf und dran!"

Hui! schwinden Mann und Hütte vorn,

Und hinten schwinden Ross und Mann;Und Knall und Schall und JagdgebrülleVerschlingt auf einmal Todtenstille.

Erschrocken blickt der Graf umher,

Er stößt ins Horn, cs tönet nicht;

Er ruft und hört sich selbst nicht mehr;

Der Schwung der Peitsche sauset nicht;

Er spornt sein Ross in beide SeitenUnd kann nicht vor- nicht rückwärts reiten.

Drauf wird es düster um ihn her,

Und immer düstrer wie ein Grab.

Dumpf rauscht cs, wie ein fernes Meer.Hoch über seinem Haupt herabRuft furchtbar, mit Gcwittergrimme,

Dieß Urthek eine Donnerstimme:

„Du Wüthrich, teuflischer Natur,

Frech gegen Gott und Mensch und Thier!Das Ach und Weh der CreaturUnd deine Missethat an ihrHat laut dich vor Gericht gefedert,

Wo hoch der Rache Fackel lodert.