Rheingrafenstein bei Kreuznach.
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103. Der wilde Jäger.
Der Wild- und Rheingraf stieß ins Horn:„Halloh, halloh zu Fuß und Ross!"
Sein Hengst erhob sich wiehernd vorn;
Laut rasselnd stürzt' ihm nach der Tross.
Laut klifft und klafft es, frei von Koppel,
Durch Korn und Dorn, durch Haid und Stoppel.
Vom Stral der Sonntagsfrühe warDes hohen Domes Kuppel blank.
Zum Hochamt rüste dumpf und klarDer Glocken ernster Feierklang.
Fern tönten lieblich die GesängeDer andachtsvollen Christenmcnge.
Rischrasch quer übern Kreuzweg giengsMit Horridoh und Hussasa.
Sieh da, sieh da! kam rechts und linksEin Reiter hier, ein Reiter da!
Des Rechten Ross war Silbersblinken,
Ein Feuerfarbner trug den Linken.
Wer waren Reiter links und rechts?
Ich ahn cs bloß, doch weiß ichs nicht.
Lichthehr erschien der Reiter rechtsMit mildem Frühlingsangesicht.
Groß, dunkelgelb der linke RitterSchoß Blitz vom Aug wie Ungewitter.
„Willkommen hier, zu rechter Frist,
Willkommen zu der edeln Jagd!
Auf Erden und im Himmel istKein Spiel, das lieblicher behagt." —
Er riefs, schlug laut sich an die Hüfte,
Und schwang den Hut hoch in die Lüfte.