Johannisberg.
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101. Die Mönche vom Johannisberg.
Von Fuld der wackre Abt kam einst zu visitieren:
„Ob auf Johannisberg die Reben recht florieren?"
Die Trauben ficngen schon braungoldig an zu blinken:
Der Abt lud den Convent zu einem Abendtrinken.
Er sprach: „Der nahe Herbst wird sicher uns erfreuen;
Ein Fläschlein oder zwei, wir brauchen's nicht zu scheuen:
Her ans dem Mutterfaß! Doch halt, bevor wir zechen,
Nehm jeder sein Brevier, ein kurz Gebet zu sprechen!" —
„„Brevier?"" — „Ja, Eur Brevier!" Sie möchten schier versinkenSie suchen, suchen — „Laßts! Beginnen wir zu trinken!
„Die Flaschen her! — Weiß Gott, das nenn ich auch vergeßlich,Daß ich den Stöpselzng daheim ließ — das ist häßlich!" —
„„Den Stöpselzug?"" Im Nu fährts da in alle Taschen,
Und giebts im Augenblick Korkzieher mehr, als Flaschen.
„Bravo, ihr frommen Herrn! Dicß Stücklein find ich heiter.Daran erkenn ich recht die echten Gottesstreiter.
„Bravo, ihr frommen Herrn! Welch reicher GottessegenAn Stöpselziehern — ei, was blickt ihr so verlegen?
„Laßts Euch für heute nur nicht weiter Kummer schaffen,
Doch morgen — still, ihr Herrn! Ergreifen wir die Waffen!"
Alex. Kaufman».