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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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222 Rh ein stein und Neichen stein.

Nun ist sein Hoffen ganz entschwunden,

Nun ist gebrochen fast sein Herz,

Er wähnt, es könne nie gesundenVon seinem tödtlich heißen Schmerz.

Wohl heute schaut er noch herniederVon seiner Burg in stiller Qual,

Doch morgen — nimmer kehrt sichs wiederAus frommer Klosterbrüder Zahl.

Wie blickt er in des Thales WeitenUnd nach dem Kirchlein unverwandt;

Jetzt sieht er beide Ritter reiten —

Die Braut im blendenden Gewand —

Sein Athen, stockt, sein Herz klopft bänger,Schon hält der Zug am offnen Thor;

Ha! plötzlich durch die Reih» der SängerBraust Gerdas weißes Ross hervor.

Es schäumt und knirscht in seine ZügelUnd steigt mit wüthcnder Gewalt,

Doch Gerda hält sich fest im Bügel,

Die stolze, herrliche Gestalt.

Von einer Bremse ward gestochenDas edle königliche Thier,

Schon hats der Diener Schar durchbrochenUnd eilt am Rhein hinab mit ihr.

Erst schmettert es mit beiden HufenDen alten Herrn von Rheinstcin hin,

Doch Kurt sprengt nach mit lautem Rufen:Tie Zügel fester anzuziehn!

Die Braut, umwallt vom langen Schleier,Treibt aber selbst das flüchtge Ross,

Es trägt sie, statt zum falschen Freier,Hinauf an des Geliebten Schloß.

Und Kurt durchglüht von ZornesflammenDenkt kühn, er hole sie noch ein,

Da stürzt sein armes Ross zusammenUnd der Verfolger liegt am Rhein.