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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Rürbur g.

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Mein Bruder Ulring, du als KriegesheldHast viel zu sehr geliebt die Lust der Welt!Entbehrung nur und tiefster Andacht BrunstIm Priesterkleid schafft uns der Heilgen Gunst. —

„So helfe Gott mir, Bruder, wie du lügstUnd dich und mich mit Heuchelschcin betrügst!

Wohl leichter geht ein Ritter im Gcschmeid .

Zum Himmel ein als du im Heilgen Kleid.

„In mancher Fehde führ ich diesen Schild;

Nicht gicb mir mit ins Grab sein Wappenbild;Schlag einen Nagel in die feste Wand:

Dran hänge den getreuen Schildcsrand.

„Und wenn ich eingieng zu der ewgcnRast,

Drei Tage, bitt ich, bleib im Schloße Gast;

Ein Zeichen send ich, dran ein jeder spürt,

Daß Engel mich ins Paradies geführt."

Der stolze Bischof schlug den Nagel ein;

Der Sterbende ward bleich, die Lampe klein,

Und als aufs Bette fiel das Morgenroth,

Da reckte sich der milde Held zum Tod.

Scheu schleicht der Diener Schar durch das Gemach;Still hieng der Schild bis an den dritten Tag.

Der Priester schaut zu ihm wohl früh und spätUnd spricht zu Ulring zweifelnd sein Gebet.

Schau dort erglimmt der dritte MorgcnscheinUnd wirft den ersten Stral durchs Fenster ein:Aufglüht der Adler in dem Wappcnbild,

Und »asselnd auf die Fließen fällt der Schild!

Der Bischof bebt, doch zwingt er sich zum Muth —Sein ist ja Nürburg, sein das reiche Gut!

Schon sinnt sein dunkles Herz so kalt und still,

Wen mit der neuen Macht er stürzen will.