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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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A ch e n.

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Und sieh! in der Fürsten umgebenden KreißTrat der Sänger im langen Talare,

Ihm glänzte die Locke silberweiß,

Gebleicht von der Fülle der Jahre:

„Süßer Wohllaut schläft in der Saiten Gold,

Der Sänger singt von der Minne Sold,

Er preiset das Höchste, das Beste,

Was das Herz sich wünscht, was der Sinn begehrt;Doch sage, was ist des Kaisers WerthAn seinem herrlichsten Feste?"

„Nicht gebieten werd ich dem Sänger," sprichtDer Herrscher mit lächelndem Munde,

„Er steht in des größeren Herren Pflicht,

Er gehorcht der gebietenden Stunde.

Wie in den Lüften der Sturmwind saust,

Man weiß nicht, von wannen er kommt und braust,Wie der Quell aus verborgenen Tiefen,

So des Sängers Lied aus dem Innern schalltUnd wecket der dunkeln Gefühle Gewalt,

Die im Herzen wunderbar schliefen."

Und der Sänger rasch in die Saiten fällt,

Und beginnt sie mächtig zu schlagen:

Aufs Waidwerk hinaus ritt ein edler Held,

Den flüchtigen Gemsbock zu jagen.

Ihm folgte der Knapp mit dem Jägergeschoß,

Und als er auf seinem stattlichen RossIn eine Au kommt geritten,

Ein Glöcklein hört er erklingen fern,

Ein Priester wars mit dem Leib des Herrn,

Voran kam der Messner geschritten.

Und der Graf zur Erde sich neiget hin,

Das Haupt mit Demuth entblößet,

Zu verehren mit gläubigem ChristensinnWas alle Menschen erlöset.

Ein Bächlein aber rauschte durchs Feld,

Von des Gießbachs reißenden Fluten geschwellt,