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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Achen.

47. Der Schmidt von Achen.

Viel lieber Meister höret, wir kommen aus dem Rath:

Ihr sollt uns Eisen schmieden für die Thore der Stadt.

Der Grobschmidt, kaum aufblickend, sprach und schmiedete fort:

„Es waren sonst zu grob euch meine Hämmer und Wort'."

Sie sprachen: Fünfzig Stangen sind uns eiligst noth,

Und hundert starke Klammern: Graf Wilhelm der droht,

Graf Wilhelm, der nicht aufschiebt, droht uns Ueberfall,

Drum gilt es, zu vcrfesten die Thor und Pforten all.

Nun lieber Meister eilt euch, daß wir sie morgen Han.

„Hm," sprach der Schmidt, und fachte ein höllisch Feuer an.

Sie sprachen: Aber tüchtig! Er warf die Eisen hinein,

In seinen Bart hinbrummend: Ein Grobschmidt machts nicht fein.

Graf Wilhelm nun von Jülich der war gar rachevoll,

Und was er sagt, das hält er. Er trug den Achnern Groll,

Und früh bei grauer Dämmerung brach er herein zum ThorBis auf den Markt von Achen: ihr Achncr seht euch vor!

Mit seinen kühnen Mannen und rechts und links ein Sohn,

Wie dünkt er sich so sicher und blickt den Achnern Hohn.

Als ob er wär sein eigen auf dem Markt er thut:

Graf Wilhelm von Jülich, du trägst zu hohen Muth!

Ja hüt dich vor den Achnern! Sie reißen Dächer einUnd schleudern auf die Seinen Balken und Stein.

Sie wollen rings die Straßen sperren und den PlatzVerrammen und verdämmen: kein Entkommen hats.

Die Achner riefen freudig: Den Vogel hätten wir!

Nun laßt ihn nicht entwischen, laßt ihm nicht Thor noch Thür.

Wir wollen ihn aushungern, dann wird er wohl noch zahm,

Wir machen ihn wohl kirre, schon ist er flügellahm.