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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Achen.

Ein ganzes Heer zur Schlachtbank hinzuführen:

Und ihr, ihr wollt deshalb nicht einen Mann verlieren?

Pfui, schämet euch, hochweise Herrn,

So abgeschmackt, so bürgerlich zu denken!

Und glaubet ihr etwa den KernVon eucrm Völklcin zu verschenken,

Wenn ihr mir ein Persönchen gönnt,

Das auf den ersten Ruf der Glock ins Bcthaus rennt?

O nein, da fehlt ihr stark; denn wahrlich in der RegelSind Gleissner immerfort die frühsten Kirchenvögel."

Indem der Listige so sprach,

Ermannten sich die Rathsherrn nach und nach

Und raunten sich ins Ohr: „Was hilft uns unser Sträuben?

Der grimme Löwe fletscht nun einmal seinen Zahn.

Fürwahr, wenn wir nicht unterschreiben,

So packt er uns wohl selber an:

Drum stopfe lieber ihm das Maul ein Unterthan!"

Kaum war hierauf der Blutcontract vollzogen,

Da kam durch Wand und Fenster in den SaalEin Schwarm von Beuteln angeflogen.

Und Urian, der sich dießmal,

Gesitteter als sonst, ganz ohne Stank empfahl,

Rief an der Thür: „Zählt nach! ich Hab euch nicht betrogen."

Das Gold der Hölle ward getreulich angewandt,

Das Haus des Himmels zu erbauen.

Als cs jedoch in voller Schönheit..stand,

Befiel die ganze Stadt Leim Anblick Furcht und Grauen,

Denn es gelobten zwar, als Urian verschwand,

Die Rathshcrrn sich mit Mund und Hand,

Den Vorfall Niemand zu vertrauen;

Doch. Einer plauderte zu Haus,

Sein Weibchen machte bald ein Stadtgespräch daraus,

Und nun erscholl der Schwur von allen Seiten,

Den Tempel nimmer zu bcschreitcn.

Der bange Rath besprach sich mit der Clerisei,

Und sie ließ auch die Glatzenköpfe hangen.