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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Achen.

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Da sprang er auf behende, that an ein reich Gewand

Und band das Schwert zur Lende, und gab dem Wirth die Hand:

Es inachte, wärs gewesen bei Tag, wohl Mancher Halt,

So stattlich war sein Wesen, so herrlich die Gestalt!

Am Bnrgthor eingetroffen.fand er es wohl verwahrt:

„Nur drunter dnrchgeschloffen, hier ists die beste Art!

Er gicng zum Dome leise und saß in aller FrühIm Stuhl, nach alter Weise das Schwert bar übers Knie!

Wie ihn der Messner schaute, den allgewaltgen Mann,

Entfloh er, und vertraute dem Bischof 's eilig an;

Der hieß zwo Kerzen brennen, trat vor mit dem Geleit —

Da gabs ein froh Erkennen, ein Jubeln allerweit!

Er ward vom Volk getragen zur Kaiserin ins Schloß-:

Die fühlt ein Bangen, Zagen und ihre Furcht ist groß.

„Dein Bräutigam ist kommen!" Karl freudig zu ihr spricht,„Drum sei der Furcht-entnommen, Gott läßt die Seinen nicht!"

F. W. Nogge.

41. Meister Tancho.

Zu Achen durch die Gaßcn, da tönte lustgcr Braus;

Von Mann und Weib verlaßen stand öde jedes Haus,

Mit seinem Hofgelagc kam selber Karl zur Schau:

Es war an diesem Tage vollbracht des Domes Bau.

„Gott wird mit Wohlgefallen," begann der Kaiser laut,„Bewohnen diese Hallen, die wir ihm aufgebaut.

Für unsrer fleißgen Hände vieljähriges BcmühnWird reichen Segens Spende im Gotteshaus uns blüh».

„Doch fehlt der Mund, der Helle, der uns zu kommen heißt,Wenn sich der Gnade Quelle im Heiligthum erweist.

Mit ihrem frohen Schallen fehlt noch die Glocke hier:

Drum bringet von St. Gallen Tancho den Meister mir."

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