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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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112
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Und draußen in des Hofes Kreiß,

Da saßen der Bettler viel,

Die labten sich an Trank und SpeisMehr als am Saitenspiel.

Der König schaut in ihr GedrängWohl durch die offne Thür,

Da drückt sich durch die dichte MengEin feiner Knab herfür.

Des Knaben Kleid ist wunderbar,Vierfarb zusammengcstückt;

Doch weilt er nicht bei der Bettlerschar,Herauf zum Saal er blickt.

Herein zum Saal klein Roland tritt,

Als wärs sein eigen Haus.

Er hebt eine Schüße! von Tisches MittUnd trägt sie stumm hinaus.

Der König denkt: „was muß ich sehn?"Das ist ein sondrer Brauch."

Doch weil ers ruhig läßt geschehn,

So laßens die Andern auch.

Es stund nur an eine kleine Weil,

Klein Roland kehrt in den Saal.

Er tritt zum König hin mit EilUnd faßt seinen Goldpocal.

„Heida! halt an, du kecker Wicht!"

Der König ruft es laut.

Klein Roland läßt den Becher nicht,

Zum König auf er schaut.

Der König erst gar finster sah,

Doch lachen must er bald:

„Du trittst in die goldne Halle daWie in den grünen Wald.