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Seligenstadt im Odenwald.
Doch als der Kaiser mahnte zum Aufbruch aus dem Wald,
Da weinte Emma Thräncn: Willst du von uns so bald?
„Nicht ich von euch, ihr müsset ja mit mir auf mein Schloß,
Nun rüstet, macht euch fertig, es geht sogleich zu Ross!"
Sie kleidete die Kinder in warme Pelzchcn fein,
Und packte viel zusammen, nur nicht das Haus mit ein.
Sie ließ die zahmen Hirsche aus ihrer Hürd heraus:
„Lebt wohl, ich muß nun scheiden, leb wohl du Waldeshaus."
Sie kamen nun zum Grunde im tiefen Wald versteckt,
Da standen alle Bäume mit Aepfeln reich bedeckt:
„Seht meinen Obstgarten!" sprach Emma hoch zu Ross,
„Wer wird den Segen pflücken? Ich zieh auf des Vaters Schloß!"
Und weiter an dem Waßer zogen sic ins Thal,
Da wandt im Abendglanze sich Emma noch einmal:
„Leb wohl, o du Wald, nun lebe mir wohl, zu felge Statt!"Nach diesem Wort der Odenwald und der Ort den Namen hat.
Sie lebten nun mitsammen zu Achen in dem Schloß,
Herr Eginhard am Hofe der Ehren viel genoßEr folgte seinem Kaiser in großer Thaten Lauf,
Erst half er sie vollbringen und schrieb hernach sie auf.
Und als sie musten sterben, hat man sie beigesetztZu Seligenstadt im Kloster, da ruhen sie noch jetzt,
Beide bei einander: und wer mir das nicht glaubt,
Der kann die Steine lesen, die ruhen ob ihrem Haupt.
O. F. Gr up p e.