Ache n.
93
Ich will mich nimmer von dir trennen,Du meine Wonne, meine Pein;
Dich soll dieß Reich Gebieter nennen,Sollst meines Throns Genoße sein/'
Der Bischof denkt: Von SchwancnringenHört ich viel fremde Wunder singen,
Daß sie verwandeln, wer sie trägt:
Dieß sah ich heut an dieser TodtenUnd Hab ich selbst den LiebesknotenNun um des Kaisers Herz gelegt?
Er wirft den Goldring in die Wogen,Da sieh, was hebt sich aus der Flut?
Es kommt ein Silberschwan gezogenUnd brüstet sich mit stolzem Muth.
Da fühlt der Bischof sich bezwungen,
Wie von geheimem Band umschlungen,Ihm wird so wohl, ihm wird so weh:Der Kaiser kommt daher gegangenUnd Sehnsucht hält auch ihn befangen,Er kann nicht scheiden von der See.
Er läßt ein Schloß sich bald erheben,
Ein Münster, hoch und schlank und spitz,Und endet spät sein HeldenlebenIn Achen, seinem Kaiscrsitz.
Noch immer soll der Zauber wirkenUnd nach der Kaiscrstadt BezirkenZieht uns geheime Macht noch heut:
Die in des Waßers Wogen Laden,
Sind alles Ungemachs entladen,
Sind wie verwandelt und erneut.
Und von dem Schwane hört ich sagen,
Er sei es, der dieß Wunder thut;
Doch Niemand könnt ihn noch erjagen,
So Viele gleiten auf der Flut.
K. S.