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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Da tritt der Bischof vor den Kaiser,

Turpin, ein Hcilger und Weiser,

Und wenn der Glaube ruft, ein Held.

„Laßt diesen Leichnam, Herr, begraben,

Es will der Tod ein Opfer haben;

Doch eures Arms bedarf die Welt."

Der Kaiser spricht: „Wie irrt ihr wieder:Sie schlummert nur, euch täuscht der Schein."Dann senkt er selbst die AugcnliederUnd schläft zu ihren Füßen ein.

Da spricht Turpin: Mit ZauberlistenMuß sich Swanhild die Schönheit fristen,

Den Liebcsreiz, der ewig währt."

Er forscht und späht, bis crs gefundenWas ihre Glieder hält gebunden,

Daß nicht Verwesung sie vcrsehrt:

Auf goldncm Ringe glänzt, umzogenVon räthselhafter Runenschrift,

Ein Silberschwan, der durch die WogenMit vollem Busen treibt und schifft.

In ihrer bittern Todesstunde

Barg sie den Schwancnring im Munde,

Daß Karl nicht von ihr scheiden kann:

Sic sorgte, daß er sie vergäße,

Wenn ihn ein Anderer besäßeUnd übte strengen Liebcsbann.

Doch nun der Bischof ihn erkundetUnd seinem Finger angefügt,

Vertraut er fest, sein Herr gesundetVom Zaubcrwahne, der ihn trügt.

Da fährt der Kaiser aus dem Traume,

Blickt um sich her im weiten RaumeUnd kehrt sich'schaudernd von Swanbiid:

„Laßt diesen Leichnam doch begraben'

Turpin, Dein Anblick soll mich laben,

Du bist so gut, so lieb, so mild.