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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Nit von Birgel.

Herr Nit war tapfern Herzens: als er gen Köllen kam,

Er Hub wohl an zu fragen: wo liegt der spansche Mann?

Alsbald mit starkem Eifer griff er das Kränzlein an,

Darob ihm sehr ergrimmte der spansche Rittcrsmann.

O weh Dir, Nit von Birgel, wes nähmest du dich an?Mit mir nun must du fechten ums Kränzlein wohlgctban.

„Was meinst du, spanscher Ritter? Darum ich kommen binMit dir den Spcr zu brechen ist meines Herzens Sinn."

Das Kampfspiel ward gesprochen, der Tag dazu benannt,Auf einer Haide grüne, bei Düren im Jülcher Land.

Als nun der spansche Ritter ans Düren ritt daher,

Des Zuges ihn gereute, das Herz ward ihm so schwer.

Erbmarschall Nit von Birgel mit großer NittcrscharDurch Düren ritt er lustig als galt es nicht Gefahr.

Drommeten ließ er blasen durch Düren lustig frei,

Daß alle schauen sollten, ob er ein Ritter sei.

Als auch der spansche Ritter zu Düren inne kam,

Da war er anzuschauen als ein verzagter Mann.

Zu Rosse kam der Spanier in seinem Eisenkleid:

„Des walhe Gottes Mutter: ich bin bereit zum Streit."

Erbmarschall Nit von Birgel versäumt auch keine Zeit:„Des Walt St. Jörg der Ritter, zum Streit bin ich bereit.

Der erste Ritt des Spaniers war gar nicht reitcnswertb:Fuhr mit der Lanz zu nieder, erstach Herrn Nitens Pferd.

„Ei, Spanier, was war dir von meinem Ross geschehn?War ich zu hoch geseßen, zu Fuß will ich dir stehn."