Köln.
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23. Zt. Hermann Joseph.
Kinderunschuld, Gottestaube, heilgcr Engel Spielgenoß,
Dir ist stäts der Himmel offen, den der Sünde Schuld verschloß.
Kindcrunschuld, Himmelsblumc, die auf öder Erde blüht,
Eine Rose auf der Haide, die der kalte Wind umzieht,
Jung noch war St. Hermann Joseph, in die Schule noch er gicng,Und ein Knabe unter Knaben noch am Kinderspiel er hieng.
Doch cs schien der Zukunft Klarheit dämmernd schon aus ihm hervor,Gleich den bildbcmalten Scheiben, wenn der Morgen graut empor.
Gleich der silberklaren Quelle, die im Fels ruht unbekannt,
Gleich der Harfe voll der Lieder unberührt noch von der Hand.
Goldner Sprüch aus Christi Lehre hörte viel das gute Kind,
Wie die Demuth und die Liebe schönster Schmuck der Weisheit sind.
Hörte von dem Gotteslamme, das für die am Kreuze starb,
Die ans Kreuz die Liebe schlugen, die den Mördern Heil erwarb.
Wie von tausend Silberstimmen hell erklinget Berg und Thal,
Wenn auf Blumen und auf Bäume fällt der Sonne erster Stral:
Also ward von dieser Lehre hell erweckt des Kindes Brust,
Ward zum reichen Gottesgarten voll Gesang und Himmelslust.
Und so oft er gieng zur Schule, eilt' er zu der Kirche hin,
Vor dem Bild der Muttergottes und dem Jesuskind zu knien.
Beteud blickt er dort zur Mutter und erzählt dem Kindlein viel,Streut ihm seine schönsten Blumen, ladets ein zum Kinderspiel.
Lange trieb es so der Knabe, wie ein Engel fromm und rein,
Als der Frohe froher einstens eilte in die Kirch hinein.