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Köln.
22. Das Kreuz in St. Marien zum Capitol.
In der hcilgen Stadt am Rhcin, hängt ein alterthümlich Kreuz,In der Nacht gicbts lichten Schein, Tröstung manchem Armen bcuto-Aus der Wand hervorgesproßcn, wie die alte Kunde sagt,
Ist cs schwarz ins Holz geschossen, das zu rühren keiner wagt.
Christus traurig niedcrblickt, tief das Haupt in Schmerz gesenkt,Wer ihn ansieht, der erschrickt, wenn er seiner Schuld gedenkt.Beugt er doch sich ob den Sünden dieser lastcrvollcn Welt,
Wie sein Spruch einst wird verkünden, wenn das All in Staub zerfällt.
Weit die Arm am Kreuzesstamm breitet er, wie Gnade flehend,Weil auf sich die Schuld er nahm, liebreich nach den Kindern sebend.Doch stäts neue Sünden mehren seine, des Erbarmcrs, Last;
Lasten, drücken und beschweren ihm das Haupt zur Erde fast.
Und wenn müd er sich einmal ganz bis auf den Boden neigt,
Reif ist dann die Saat im Thal, die aus Todtcngräbern steigt.
Und bei der Posaunen Schalle öffnet sich der Grüfte Schooß,
Legt die Thatcn, Thätcr alle vor dem ewgen Richter bloß.
Wird der Herr dann zum Gerichte kommen mit der schweren Last,Ruft der Sünder: O vernichte, Herr, die du gebildet hast!
Fallet über mich, ihr Berge! cwge Nacht, bedecke mich,
Daß ich mich vor Ihm verberge, denn sein Zorn ist fürchterlich!
Nahm em Maler einst sich vor abzufein das heilge Kreuz;
Doch das Aug umzog ein Flor, und den Kecken bald gereuts.
Denn die freche Hand verdorrte, löste sich und fiel herab,
Wahnsinn wurden That und Worte, und er sank ins frühe Grab.
I. Krcuscr