Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

Köln.

58

„Mit Müh erstand ich von dem schweren Fall:Gebunden steht sie jetzt in meinem Stall.

„Ein edles Ross bezwingt Gebiß und Zaum,

Wie es sich bäumt und knirscht und spritzt den Schaum.

„Ich Salz der Erde, sollt ich werden dumm?

Den Baum, der keine Frucht trägt, hau ich um."

So sprach der Bischof und in KncchtsgestaltGehorcht' ihm Köln durch Furcht und durch Gewalt.

Doch als er siech ward und zu sterben kam,

Ein heilger Engel seine Seele nahm,

Führt' ihn in einen königlichen Saal,

Non Perl und Gold die Wände nirgend kahl.

Ta war Gesang und wonnigliches SpielUnd aller Himmelsfreuden übcrvicl.

Bischöfe saßen da in vollen Rcihn,

Und jedem schien vom Haupt der Hcilgcnschein.

Da saß mit Petri Stabe St. Matern,

Der Jünger des Apostels unscrs Herrn.

An Severin sah Kunibert emporUnd Hildebold, den Kaiser Karl erkor.

Bei Bischof Bruno, König Heinrichs Sohn,Empfieng St. Heribert den Himmelslobn.

St. Annos Vorfahr Hermann saß zuletzt,

Und neben ihm ein Stuhl war unbesetzt.

Wie freute sich St. Anno, das zu sehn!

Er sah den Stuhl zu seiner Ehre stehn.