Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

Köln.

49

Da hielt man Spiel und Freudenfest,Der junge Fürst erkennen läßt,

Er sei bereit ein Christ zu seinUnd sich gar bald zu stellen ein.

Eilend die Könige gleicher HandDie eilf Schiff kaufen ein,

Erkiesen auch durch ihre LandDie Zahl der Jungfräulein;

Da schauet man viel junges BlutAn Ehr und Adel trefflich gut:

Sie eilen nun in wenig TagDer neuen Königin schon nach.

St. Ursula sie froh umfangt,

Die edeln Gespielen gut,

Dem lieben Gott von Herzen danktFür all dieß keusche Blut,

Zeigt ihnen ihr Vorhaben an,

Gab allen auch recht zu verstahn,

Was zu der Seligkeit gehör,

Damit sie nie die Sünde stör.

Sie nahmen all den Glauben anUnd liebten Keuschheit sehr,

Das Vaterland auch gern verlahnUnd gaben sich aufs Meer.

Da schifften sic sich fröhlich hinZn suchen geistlichen Gewinn;

Jetzt kommt ein Winv. von Gottes Hand,Der setzt sie an ein fremdes Land.

Den Rheinstrom sie da ohne SchadAusfuhren sicherlich,

Bis hin nach Köln zur Heilgen Stadt:O Köln, des freue dich!

Zu Ursula da ein Engel schonSagt: „Reiset fort und kommt gen Rom,Verrichtet eure Andacht dort,

Kehrt wieder dann zu diesem Ort."

3