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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Dünwald bei Mühlheim.

„Wohlan, ich biete die Hand zum Frieden dar,

Ihr sollt besitzen was niemals euer war;

Doch weil ich ungezwungen euch Abstand that,

So sei mir bewilligt noch eine letzte Saat."

Da schmunzelten die Brüder und schlugen ein.

Den Vergleich verbrieften die Scheffen fein,

Ihn bestärkten Leide mit heilgem Schwur;

Jedweder zufrieden dann nach Hause fuhr.

Das währte von Weihnachten bis Hagelzeit:

Da Pflegen die Gläubgcn noch jetzt weit und breitMit Kreuz und Fahne die Felder zu umgehn,

Den Himmel um Gedeihen der Saaten zu flehn.

Als sie nun kamen an das streitige Feld,

Das im Herbst der Junker zuletzt bestellt,

Wohl haben die Mönche neugierig hingeschaut,

Was doch auf ihrem Acker für Frucht sei gebaut?

„Zartgrüne Blättchen, buchtig ausgeschweift —

Was ists, das der Aernte hier entgegenreift?

Es ist nicht Korn noch Weizen — o Schmach, in der TbatWie sind wir betrogen, es ist Eichelsaat!

„Uns wird kein Zahn mehr schmerzen, wenn man sie mäht:Ein Fuchs ist der Junker, das sehn wir jetzt zu spät.

Was Hilst uns, zu verschreien den häßlichen Streich?

Zu deutlich redet der unselge Vergleich." —

Aber lustig wuchsen die Eichen empor,

Bald knallte dort im Grünen des Junkers Rohr,

Noch sah er zur Lohe schälen manchen Schaft,

Er trank sich noch Stärkung aus braunem Eichclsaft.

Als aber weiter stürmte die Zeit im Saus,

Die Wipfel schauten über das Klosterhaus,

Da sahn sie grüne Gräber, wo längst in RuhAbt und Prior schliefen und die Mönche dazu.