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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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F r i e s l a n d.

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3. Radbot drr Friefenfürst.

Radbot stand, der wilde Friesenkönig,

An dem Fluß, die Taufe zu empfahen,

Um ihn her die Priester, frohen Muthcs,Durch des Wankelsinnigen BekehrungEndlich doch der Mühen Lolin zu ernten.

Und er setzt den Fuß schon in die Welle,Als er plötzlich hält: „Noch Eines must duMir verkünden, Bischof! Meine Väter,

Alle meine Ahnherrn, da sie starben,

Sag' es frei, wohin sind sie gekommen?"

„In die Hölle," sprach der fromme Bischof,„Deine Väter, die als Heiden starben,

König Radbot, fuhren in die Hölle!"

Das entrüstete den wackern Degen;„Schlechter Priester," rief er, „meine Väter,Meine Väter waren tapfre Männer!

Lieber will ich, ja bei Wodan schwör ichs,Mit den Helden sein in ihrer Hölle,

Als mit euch in euerm Priesterhimmel!"Spruchs und eilte trotziglich von dannen.

K. Lappe.