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Geschichte des ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem : mit besonderer Berücksichtigung der Ballei Brandenburg oder des Herrenmeisterthums Sonnenburg
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4.

Auf den Antrag des Pastors Fliedner zn Kaiserswerth, als Direktorsdes Rheinisch-Westfälischen Diaconissen-Vereins, uni Unterstützung desevangelischen Krankenhauses zu Jerusalem, hat das Kapitel am 17. Decem-ber 1856 eine Beihülfe von 300 Thalern vorerst ans 3 Jahre bewilligt,wofür zwei Freibetten gestiftet wurden, die im Laufe des Jahres 1857 vonsnccessive zusammen 24 Kranken benutzt worden sind.

Durch die Freigebigkeit des Berliner Franen-Vereins zur Bildung desweiblichen Geschlechts im Morgenlande ward es dem Diaconissen-Vereinmöglich, ein kleines Grundstück zn Lifta bei Jerusalem anzukanfen, um denSchwestern und Reconvalescenten einen gesunden Aufenthalt während derheißen Sommermonate zn verschaffen.

Zur Vollendung der auf demselben nöthig gewordenen Baulichkeitenwurden zu diesem Behnfe 500 Thaler Seitens des Ordens geschenkt. —Dieser Sommer-Aufenthalt ist außerordentlich sinnig gewählt, denn es istderselbe Ort, von welchem ans Gottfried von Bouillon mit dem Heer derKreuzfahrer am 7. Juni 1099 zum ersten Mal die Zinnen der heiligenStadt erblickte, weshalb man das Hans, zum Andenken an den frommenGlaubenshelden, „Gottfriedshöhe" genannt hat.

5.

Da ein Versuch zur Erwerbung der Ruinen des alten Johanniter-Con-vents ohne allen Erfolg sein würde, so hat Seine Königliche Hoheit derHerrenmeister, von dem Wunsche beseelt, das Johanniter-Kreuz wieder indie heilige Stadt zu verpflanzen, mit dem „Jerusalem-Collecten-Fond" inBerlin unter dem 11. März 1858 einen Vertrag wegen Uebernahme undUnterhaltung des demselben in Jerusalem gehörigen kleinen Hospizes, welchesin der Nähe der Kirche des heiligen Grabes und der Ruinen des Johan-niter-Palastes, dicht neben dem Königlich Preußischen Consulate liegt, ab-geschlossen.

Seit dem 1. April 1858 werden in demselben ans Kosten der Balleiarme reisende Handwerker und Pilger für die Dauer von 14 Tagen unent-geltlich ausgenommen und verpflegt. Außerdem befinden sich in demselben