„Dem Bruder folgt die Schwester!" rief aus der Deutschherrn SchaarDrauf Heinrich Reust von Plauen in flatterndem Talar:
„Der Fürstin Heil und Segen, die jenen Namen trägt,
„Bei dessen süßem Klange das Herze höher schlägt,
„Das Auge Heller strahlet in alle Zeiten hin,
„Seit ihn so schön getragen die Preußen-Königin,„Sie soll der Enkeltochter helllenchtend Borbild sein,„Louise Heil und Segen, dem hohen Jungfräulein!"
Da stimmen all' die Ritter im Saale jubelnd ein:„Louise Heil und Segen, dem hohen Jnngfränlein!"Und als der Ruf verklungen, der Meister da begann,Conrad von Ehrlichshansen, der hochgewalt'ge Mann:
„Der Schwester folgt die Schwester; Glück, Heil und Segen Dir,„Du zarte, jüngste Blüthe, des Hcldenbanmes Zier!
„Wirf Deine holde Jugend als schönsten Ehrenkcanz„Um Deiner Eltern Stirne und um des Thrones Glanz;
„Dir ward das Loos der Freude im reichsten Maaß zu Theil,„Drum wirst Du Freuden spenden; Dir Anna Glück und Heil!"Da scholl im Jnbcltone der Ritter Ruf zurück:
„Der zarten jungen Blume für's Leben Heil und Glück!"
Und als der Ruf verklungen, da klirrend ans dem ChorTritt der Comthnr von Liehen mit seinen Templern vor,Der grüßt mit stolzem Ernste die Ritter rings im RundUnd giebt den Gruß zum Feste in solchen Worten kund:
„Sie rissen uns vom Mantel des rothen Kreuzes Zier,„Doch steht in tausend Herzen das Kreuz der Liebe hier;„Der Orden, nicht der Tempel, im Volke rings verscholl„Und alle, alle Lande sind seiner Ehre voll!
„Hier braucht es keinen Orden, um Tempel und Altar„Stehn Fürst und Volk geordnet in eine glänb'ge Schaar;„Deutschherrn und Johanniter, nehmt hin des Templers Hand,„Das Reich der Hohenzoller» ist nur ein Ordensland!
„Das Ordensland der Treue und Liebe ohne End',
„Die hier in tausend Herzen als heil'ge Flamme brennt —„Ob schwarz, ob weiß der Mantel, das Kreuz ob weiß, ob roth,„Schwarz-weiß ist unser Banner, schwarz-weiß zu Sieg und Tod!