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Dreißigste Betrachtung.
mcl hat, und allein viel liebreicher, schöner undherrlicher ist, als alle Engel und Heiligen zu-gleich. Vor Allem aber wirst du dich erfreuenin Anschauung der heiligsten Menschheit JesuChristi, welche mit einer solchen Schönheit leuch-tet, daß die himmlischen Einwohner dadurch be-seligt und mit Liebe ganz erfüllt werden. Wennder Gesang eines Vögcleins aus dem Paradiese,welches eine Seele in dieser Welt hörte, schonhinreichend war, dieselbe ganz in Gott zu ver-senken, und gleichsam mit einer himmlischen Glück-seligkeit zu erfreuen: was wird es erst sein, wennman alle Freuden des Himmels ewig genießt?Wenn der Herr, wie der heilige Augustin sagt,in diesem Thale der Thränen, hier im Orte desElends, im Kerker der Menschen, so große Freu-den verschafft hat, und daran auch Seine FeindeThcil nehmen läßt: was wird geschehen im HauseGottes, im Vaterlande der Auserwähltcn, wo je-nes höchste Gut Seine unendliche Macht, Güte,Größe, Majestät, Herrlichkeit und Liebe im vollenGlanze zeigen will?
Es ist ganz gewiß, daß alles Vergnügen,alle Ergötzungen und Freuden der ganzen Weltseit ihrem Anfänge zusammen genommen nichtder geringsten Freude des Himmels gleich kom-men. Meine Seele! stelle dir oft vor, du be-findest dich in der Gemeinschaft der Himmelsbür-ger, und ergötzest dich mit den Engeln und Hei-