Druckschrift 
Weg zum Himmel : oder kurze Betrachtungen über die wichtigsten Glaubenswahrheiten, und über die Geheimnisse des Leidens Jesu Christi auf jeden Tag des Monats, sammt einigen Lehrstücken und Andachtsübungen
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

166

Fünf und zwanzigste Betrachtung.

laffung. Die Stunde nahte schon, in welcherJesus sterben mußte, und die Pein Seiner Trost-losigkeit wurde damals größer, als sie je gewesen;der himmlische Vater hat Ihn verlassen, die Jün-ger sind geflohen, die Freunde haben Ihn verges-sen, und Seine besonders Geliebten, welche unterdem Kreuze verharrten, vermehrten den SchmerzSeines liebenden Herzens wegen des Mitleidcns,das Jesus in ihren Pcincu mit ihnen trug. Erwar also voll Angst und Betrübniß; nirgendswar Hoffnung einer Erquickung, nirgends Trost,nirgends Erleichterung; daher schrie der trostloseHeiland noch kurz vor Seinem Tode mit lauterStimme, um dadurch die Heftigkeit Seiner in-nerlichen Peinen an den Tag zu geben. Er wen-dete Sich im Geiste zu Seinem Vater, und mitDemuth und Ergebenheit gegen die göttlichen An-ordnungen rief Er aus:Mein Gott, mein Gott!warum hast Du Mich verlassen?" (Matth. 27,46.)

Bedenke hier die Gerechtigkeit Gottes, wel-cher Selbst Seinen reinen, schuldlosen Eingebor-nen Sohn, weil Er für unsere Sünden Genug-thuung leistet, für uns die Bürgschaft auf Sichgenommen und für uns die Schuld trägt, mit Bei-nen überhäuft und in der äußersten Qual undTodesangst ohne allen Trost läßt. Lerne, meineSeele, die Sünde fürchten, und sie mehr als denTod' fliehen. O Gott! ich bin der Schuldige,