1ä4 Zwei und zwanzigste Betrachtung.
wider Seine Feinde; sondern voll der Barm-herzigkeit wendet Er Sich zu Seinem Varer,und bittet für sie: „Vater," sagt Er, „Vater!verzeihe denen, die Mich gekreuzigt haben."(Luk. 23, 34.)
Und damit Er Seine herzliche Liebe, welcheEr allzeit gegen die Sünder beibehält, undSeine große Begierde, daß sie Verzeihung er-langen und selig werden, noch deutlicher an denTag legte, entschuldigte Er bei Seinem himmli-schen Vater ihre Sünde: „Dieses arme Volk,"spricht Er, „dieses arme Volk weiß nicht, wases thut: es erkennt Mich nicht. Verzeih', o Va-ter! diese armen Kinder sehen ihre Unthat nichtgenug ein." O liebevollster Jesu! ungeachtetdieser so großen Undankbarkeit der Menschen, un-geachtet Deines so bittern Leidens fährst Duimmer fort, die Menschen aufs innigste zu lie-ben. Wahrhaftig, Du bist ein Gott der Liebe,Du bist die unendliche Liebe, die ewige Liebe!Ach, meine Seele, warum liebst Du den lie-benden Jesum nicht? Bleibe hier stehen und be-denke: wenn Jesus diejenigen so zärtlich liebt,welche Ihm so grausame Wunden schlagen, undwenn Er so für die betet, welche Ihn verachten:wie innig wird Er nicht dich lieben, wenn auchdu Ihn liebst, wenn du dir Seine Gnaden zuNutzen machst, und mit denselben mitwirkst?