Von den Schmerzen Maria s. 115
zen erneuert, und die grausamen Unmenschenschlagen noch aus Jesus zu. Sie stoßeu Ihnmit Füßen, sie ziehen Ihn mit den Banden, undmit Schlägen zwingen sie Ihn aufzustehen.
Maria konnte nicht länger mehr von ihremgeliebten Sohne entfernt bleiben, sie nähert sichalso, und umfängt Jesum; vor Schmerzen undLiebe brechen Beiden häufige Thränen hervor.Meine Seele! bei dieser Zusammenkunft von Jesuund Maria erwäge ihre Anmuthungen, ihre Bei-nen, ihre Liebe und ihre Schinerzen: weine dumit ihnen, und liebe sie!
Dritter Punkt.
Erwäge, wie Maria mit Gewalt von Jesugeschieden wurde, und wie die Henkersknechte dengöttlichen Heiland mit grausamen Stoßen zumKalvarienberge forttricben. Als Er dort angc-langt war, sieht Maria die seligste Jungfrau, wieIhm das ungenähte Kleid, welches sie Jbm mitihren Händen gewebt hatte, abgerissen wird; siesieht, wie Jesu die Hände und Füße durchschlagenwerden, sie hört die gewaltigen Hammerstreiche.Ach Gott! sie sieht, wie die göttlichen Glieder zer-rissen werden; sie sicht, wie der Weltheilaud nungekreuzigt ist, und am Kreuze erhöht wird, wieEr am Kreuze seufzt, wie Er in Traurigkeit dieTodesangst aussteht, und in ein ganzes Meer derVerlassenheit und Schmerzen versenkt ist. Je-