Von den Schmerzen Maria's. 113
zu Ihm geihan und gelitten hatte, wie Er Sichbei ihr beurlaubt, und von ihr scheidet. Aufdieses wird Maria ganz mit Schmerzen über-häuft, sie begibt sich zum Gebete, und betrachtetim Geiste alle Peinen ihres geliebten Sohnes.Sie sieht Ihn, wie Er die Todesangst aussteht,wie Er Blut schwitzt, wie Er mit dem Angesichteauf die Erde fällt, und von Allen verlassen ist.
Maria weint, und ist in der äußersten Be-trübniß, daß sie Ihm nickt die geringste Hülfeleisten kann. Maria hat vor ihren Angen denJudas, welcher Ihn verräth, den Petrus, welcherIhn verläugnct, die Soldaten, welche Ihn miß-handeln, die Henkersknechte, welche Ihn peinigen,die Feinde, welche Ihn verläumden, die Richter,welche Ihn zum Tode verdammen, die Sckrist-gelchrten und Pharisäer, welche Ihn verfolgen.Maria sieht ihren lieben Jesus mit Speichel ver-unreinigt, mit Backenstreichen geschlagen, mit Un-bilden überhäuft, mit einem Spottkleide ange-than. Sie zählt die unmenschlichen Geißel-streiche, welche den Leib Jesu ganz zerfleischen,die grausamen Hammerschläge, welche Seineheiligsten Hände und Füße durchbohren: siesieht, wie das Blut häufig von Seinen heili-gen Gliedern herabflicßt, wie Sein ganzer Leibgleichsam nur Eine Wunde ist.
Maria Hort das Geschrei des Volkes, wel-ches tobend ruft: Es lebe Barrabas; Christus