Druckschrift 
Weg zum Himmel : oder kurze Betrachtungen über die wichtigsten Glaubenswahrheiten, und über die Geheimnisse des Leidens Jesu Christi auf jeden Tag des Monats, sammt einigen Lehrstücken und Andachtsübungen
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

Vorbericht.

19

Wenn es nun so ist, so kannst Du Dein Wort nichtmebr zurücknebmen; auf dieses stütze ich mich.

Wie er sich überhaupt bestrebte, Alle zum Ver-trauen zu ermuntern, so bemühte er sich vorzüglich,bedrängte Gemüther auszurichten und Betrübte zutrösten. Diese suchten in großer Anzahl bei ihm alsbei einem Vater Hülfe. Unter Andern entdeckte ihmeine Klosterfrau ihr äußerstes Elend; der böse Feinderschien ihr sichtbar, und machte ihr vor, sie möchtethun, was sie wollte, ihr Untergang sev gewiß, undsie sev ewig verloren. Der liebreiche Seclenarztsuchte sie mit Trostgründen zu beruhigen, aber dieß-mal batten sic keine Wirkung. Endlich schrieb er,wenn der Betrüger sie noch einmal anfallen würde,so sollte sie ihm nur antworten: „Ob ich verdammtwerde oder nicht, daran will ich nicht denken, son-dern ich will Gott lieben, so viel ich immer kann."Sic gehorchte und entfernte mit dieser Antwort denVersucher für immer von sich.

Auch die leiblichen Anliegen der Armen gingen demmitleidigen Vater innigst zu Herzen. Er bewarb sichdaher auf alle Weise, ihrem Elende zu steuern, undihrer Noth abzuhelsen. Vielen Kranken und Preßhas-ten, bei denen man alle Mittel vergebens angewendethatte, erhielt er die Gesundheit. Wo er immer hinkam,brachte er Heil und Segen mit sich; es ist also keinWunder, daß man ihn überall als einen Engel desFriedens aufnahm, und als einen Heiligen ehrte.