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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
503
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du groß Unrecht gethan und ihm das Seinige entzogen, auchwerde ich dich nicht eher in Ruh' lassen, bis du ihm Alles wiederersetzet."Wie heißt du denn, daß du ein so guter Botebist?"Man heißt mich Orthon!"Orthon," sagte der Ritter,der Dienst eines Pfaffen taugt dir nicht, wenn du mir glaubenwillst, er wird dich gewaltig Plagen, ich bitte dich, laste ihnlaufen und diene mir, ich werde dir es gar wohl gedenken."

Orthon hatte sich bald entschlossen, denn er hatte sich inden Ritter verliebet und sagte:Wollt ihr das?"Ja," sagteder Ritter,aber du darfst Niemand von nun an Leides zufü-gen."Ei bewahre," sagte Orthon,auch vermag ich NiemandÜbels zu thun als nur, daß ich die Leute aufwecke und imSchlafe turbire."Thue nur was ich dir sage," sprach der Edel-mann,wir wollen uns gut zusammen stehen, und laß denbösen Pfaffen lausen, bei dem du nichts holen kannst als Müh'und Arbeit."Weil du es dann willst," sagte Orthon,ichbin es zufrieden."

Da verliebte sich dieser Orthon dermaßen in den Seigneurde Corasse, daß er ihn sehr oft Nachts besuchte, und wenn erihn schlafend fand, so zupfte er ihn am Kopfkissen, oder schlugan das Fenster und die Thüre mit großen Schlägen. Der Ritter,welcher erwachte, sprach zu ihm:Orthon, laß mich schlafen;"nein," sagte Orthon,ich muß dir erst was Neues erzählen."Da hatte die Gemahlin des Ritters solche Furcht, daß ihr alleHaare zu Berge standen, und wickelte sie sich in ihre Decke.Da fragte ihn der Ritter:Was hast du dann gutes NeuesOrthon?" Orthon sagte:Ich komme von England, oder vonUngarn, oder irgend einem andern Ort, gestern bin ich daweggereist und dieses und jenes ist allda geschehen." So wußteder Sire de Corasse durch Orthon Alles, was auf der Weltgeschah.

Und blieb er Wohl fünf Jahre in diesem sträflichen