LUcgolc dc Lescar.
Megole de Lescar, ein Kaufmann von Genua, aus einemedlen und alten Geschlechte dieser Stadt entsprossen, hat sichim Jahre 1380 durch eine äußerst kräftige Handlung berühmtgemacht, worunter nicht etwa zu verstehen ist, daß er nach allenSeiten gewuchert oder immer sicher spekulixt habe, sondern daßer sich als ein kühner, ehrliebender und großmüthiger Mann, imGeiste seiner Zeit nämlich, bewiesen.
Er machte große Geschäfte nach der Levante, und gewanndurch seinen Verkehr die Gunst und Gnade des Kaisers vonTrapezunt in Klein-Asien in so hohem Grade, daß dessen Hof-leute ihn mit neidischen Augen ansahen und auf alle Weise zuunterdrücken suchten. Ja, es kam so weit, daß ihm einstenseiner derselben bei dem Schachspiele, worin er ein Meister war,in das Angesicht schlug. Lescar klagte diese Schmach dem Kaiser,und da ihm dieser keine Genugthuung gab, verließ er mit tiefemZorne Trapezunt, rüstete in Genua zwei Galeeren aus, mitwelchen er vor den Küsten des Kaisers erschien, ihm den Kriegankündigte, und ihm unsäglichen Schaden anrichtete. Der Kaiserstellte ihm vier Galeeren entgegen, Lescar jagte zwei davon indie Flucht und eroberte die zwei andern, schnitt den Gefangenenan der Seite, auf welcher er die Ohrfeige erhalten, die Ohrenab, und sendete sie so wieder nach Hause, mit dem Auftrage,dem Kaiser kurz und rund zu erklären, wenn er ihm den Mannnicht auslieferte, welcher ihm die Ohrfeige gegeben, so werde ernicht aufhören, Trapezuntische Ohren zu sammeln. Der Kaiserkratzte sich bei dieser Erklärung selbst hinter den Ohren und