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ein Freund von den geschenkten Dingen sei, und daß donareschenken heißt. Ihr hättet statt der Schulpossen ihm gleichdas Erhabenste aus dem Dante singen sollen." Das that derLautenist, aber der Fürst knirschte so mit den Zähnen, als ihmder Hunger des Ugolino vorgesungen wurde, daß der Musikussich vor dem letzten Takte fortschlich.
Da schalt der Hofmann: „Warum habt Ihr ihm auch diehäßliche Kindcrfresserei vorgesungen? Wenn ich sagte, etwas ausdem Dante, so meinte ich nichts Vergebliches, sondern etwasHergeblichcs, weil dans ein Gebender, und etwas aus demDante nichts anders als etwas von einem Gebenden heißt. Ichglaube für ein Lied von Schenkendorf wird er Euch keinDorf schenken, aber eine Arie von Brinville hört er gern."
Der Musikus, der nun gewitzigt war, sagte: „O ja, vonBring viel, aber sein Leib-Componist mag doch wohl Reich-hardt sein, denn es wird ihm hart, etwas zu reichen." Als derLautenist so sprach, versammelten sich viele Hofleute um ihn,bittend, er möge ihnen etwas aufspielen; da sang improvisirendder Lautenist:
„Wer euch nichts bringt, hat nichts von euch zu hoffen,
Dein Erzschenk habet ihr den Hals gebrochen,
Nur offner Hand stehn eure Ohren offenUnd ohne Klingen hilft bei euch kein Pochen.
Ein armer Krieger hat hier nichts zu holen,
Ihr führet keinen Krieg, wo ihr nichts krieget,
Und weil ihr blanken Klingen unterlieget,
So ehrt ihr das Duell auf Goldpistolen.
Die Poesie muß hier mit Armuth leben;
Sing ich Sonette euch auch noch so nette:
Ihr werdet nimmer Speise mir und Bette,
Statt Geld für Verse Fersengeld nur geben.