Druckschrift 
4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
441
Einzelbild herunterladen
 

441

Geklimper fing der Puthahn, den er unter seinem Fortepianoznm Mästen eingegittert hält, zu träumen an und kullerte bissein Meister und Mäster versicherte, für den Frevel müsse ermorgen sterben, auch sei er fett, und übermorgen sollten ich undSie und vielleicht noch ein Paar ihn bei ihm essen, ich möchte esIhnen schreiben. Ich nahm es für uns Beide an, aber da muß ichvorher fragen, ob Sie noch fromm sind, oder ob meine bittreMagenessenz die Trüsfelpastete in Ihnen und Ihre Leber, die mitder Gänseleber sympathisirt, kurirt hat? Sie müssen wiedersündigen, ich kann ohne Sie nicht lustig sein, ich meine ohneIhren Gegensatz. Der Meister wird selbst kochen, es wird delikat.Musengünstling, schmieren Sie eine Art Apotheose auf denPuthahn, wie er lange von der Musik zum Opfertode vorbereitet,endlich unter Abraham's Messer fällt. Nehmen Sie den Abrahamauf Moria zum Vorbilde, so haben wir das musikalische Ingre-dienz, und erheben Sie nur bei jeder Gelegenheit des MeistersMusik znm Himmel, so rückt er alle seine guten Weine nach derReihe heraus, der Puthahn muß sich freuen den Magen einessolchen Musikers zu begeistern. Es gibt vielleicht noch mehr Spaßan dem Tag, ich schreibe Ihnen noch davon, Psyche muß kommenund der Teufel soll Sie holen, wenn Sie nicht einmalwieder so lustig wie damals, als Ihnen der lederne Eierkuchen wieein Heiligenschein auf den Kopf gesetzt und wohlbcfestigt wurde-

Director.

Nachschrift. Ich habe Nachts noch etwas im Calderongelesen, es ist doch manches Gute darin, wäret Ihr Poeten nurnicht so fremdartig geworden in griechischer, spanischer, englischerLeserei, es könnte Euch nicht schwer werden, aus solchen Stückenetwas zu bilden, das unsere deutsche Völkerschaft, die Ihr bald zugering, bald zu hoch achtet, lebendig anspräche. Aber Ihr freutEuch nur, wenn Ihr mit Hilfe von Sylben- und Reim-Teufel

28 *