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Wie sehr auch solchen Verzierungen gewöhnlich mit herge-brachten willkürlich zusammengefädelten Sinnbildlichkeiten genuggethan zu werden Pflegt, so hat Runge doch zuerst gezeigt, daßdie Arabeske eine Hieroglyphe ist, und ihre Verknüpfung eineeben so tiefsinnige Bildersprache der stummen malenden Poesie,als das Werk der Poesie selbst eine gesprochene sein soll, undvon Allem, dessen Rand er mit seiner kunstreichen Hand geschmückthat, kann gesagt werden, es versteht sich am Rande, sollte essich im Innern selbst gleich nicht immer verstehen; ja ich möchteAlles, was ich von ihm gesehen, gelesen, was er mir selbst schrift-lich ausgesprochen, was mir Freunde von ihm gesagt, was ichvon ihm glaubte, hoffte und liebte, alles dies möchte ich einesolche, deutende, in anspruchloser Zierlichkeit tiefsinnige Randzeich-nung in seiner Gesinnung, um das eigentliche Wesen der Kunst,die uns verloren ist, und die er in sich abgespiegelt fand, nennen.
Ich erwähne noch als erschienen von ihm, seine von Gubitzgeschnittene Stempel zu den vier Königen, Damen und Bubenfür eine Hamburger Kartensabrik. Ich habe nie etwas Fantasti-scheres, Geistreicheres gesehen, als den weisen, begeisterten,romantisch königlichen Ausdruck dieser Königsköpfe, die bizarregalante, reizende Koketterie der Damcnbilder, und die abenteu-erliche, kecke, treue und glücksritterliche Haltung der Buben, unddoch schienen es nur Karten, doch waren es nur leichte loseZeichen eines spielenden Glückes; denn das Kunstwerk ist wie dieNatur, die ohne aufzufallen sich selbst bedeutet, das heißt, Alles,und so waren Runge's Arbeiten auch. Goethe, der stille thätigeHeger und Pfleger alles Trefflichen, das er durch sich selbstimmer dargestellt, hat unsern Runge und seine Werke immergeliebt, und seiner Achtung für ihn durch den Abdruck einesSchreibens des Künstlers über die Farben in seiner Farbenlehreein ewiges Monument gesetzt. Sein Andenken selbst in allerWürde zu erhalten geziemt der bessern Nachwelt, insofern sie